Dojo (Übungsraum)
Seit 2021 trommeln wir begeistert miteinander. Zur Zeit gibt es vier Gruppen.
Unser Dojo befindet sich im evangelischen Gemeindezentrum Jakobuskirche, Leckingser Str. 175, in 58640 Iserlohn – Kalthof

Instrumente
O-Daiko
Die O-Daiko’s sind unsere größten Trommeln und stehen im Mittelpunkt unserer Darbietungen. Sie bestehen aus einem hölzernen Fasskörper, welcher beidseitig mit Rinderhäuten bespannt ist. Sie erzeugen einen tiefen, donnernden Klang.


Shime-Daiko
Unsere Shime-Daiko’s sind unsere Taktgeber. Sie haben einen klaren, durchdringenden Klang. Gespannt werden sie mit Bolzenschrauben, was gegenüber der Seilspannung um einiges einfacher ist.
Miya-Daiko
Die am häufigsten bei uns vertretene Trommel ist die Miya-Daiko. Dies sind massive, fassförmige Trommeln, mit beidseitig gespannten und aufgenagelten Rinderhäuten.


Hira-Daiko
Unsere Hira-Daiko’s sind ähnlich der Miya-Daiko’s, allerdings um ein vielfaches kleiner. Aus diesem Grund werden sie entweder auf Ständern oder auf dem Boden sitzend gespielt.
Katsugi
Die Katsugi ist eine sehr leichte, mit Baumwollseilen gespannte Trommel. Aufgrund ihrer Leichtigkeit, kann sie auch über Hals und Schulter hängend beidseitig gespielt werden.


Gong
Die japanischen Gongs, auch „Tam Tam“ genannt, werden in einem aufwändigen Verfahren gewalzt, gehämmert und veredelt. Sie werden an Gongständern hängend bespielt, sodass sie frei schwingen können und sich der Klang optimal entfalten kann.
Rainstick
Der Rainstick, auch Regenmacher oder Regenstab genannt, ist ein röhrenförmiger Stab der als Effektinstrument dient. Er ist in der Regel 25-150 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa 4-10 cm.


Ocean-Drum
Die Ocean-Drum, auf Deutsch Ozeantrommel, ist eine Rasseltrommel. Durch langsame Bewegungen rutschen kleine Körner über die Membran und erzeugen so Töne, die an das Meeresrauschen erinnern.
Donnertrommel
Die Donnertrommel besteht aus einer Spirale, welche an eine Membran befestigt ist. Durch schütteln bewegt sich die Feder und erzeugt so täuschend echte Donnergeräusche.


Windmacher
Der Windmacher ist ein Gestell aus Holz, woran ein Gummiband befestigt wird. Durch rotierende Bewegungen entstehen Schwingungen, die den Geräuschen des Windes sehr nahe kommen.
Chimes
Die Chimes besteht aus unterschiedlichen, maximal 25 cm langen Metallröhren die an einem waagerechten Holzstab befestigt sind. Die Chimes wird mit den Fingern oder einem Metallklöppel gespielt. Da der Klang dadurch entsteht, das die Röhrchen gegeneinander schlagen, gehört sie zu der Gruppe der Selbstklinger (Idiophonen).

Taiko und seine Geschichte
Was bedeutet Taiko ?
Taiko bedeutet wörtlich übersetzt „Dicke Trommel“, meint aber auch das Ensemble von Taiko Trommlern. Taiko ist für seine donnernden Rhythmen und den dazugehörigen Choreographien weltbekannt.
Taiko Trommeln haben eine sehr lange Geschichte. Es wurde im asiatischen Raum ein Relief gefunden, welches einen Trommler mit einer großen Trommel, ähnlich einer Taiko-Trommel, zeigt. Das Relief stammt aus der Zeit 2000-3000 v. Chr. Auch fand man Tonschalen die Handtrommeln sehr ähnlich sind, welche aus der Zeit 2500 v. Chr. stammen. Aus der Zeit 600 n. Chr. wurde in Japan eine Plastik gefunden, die einen Taiko-Trommler zeigt. Zeitgleich gab es in China und Korea ähnliche Funde.

Vermutlich diente die Taiko-Trommel zunächst bei schamanischen Ritualen zum Beschwören von verschiedenen Kami. Insbesondere des Sturm- und Lebensgottes Susanoo, der auch das Wetter beherrschte. Die Samurai erkannten die Wirksamkeit der Taiko und ließen die großen Trommeln vor dem Angriff spielen. Dies sollte einerseits den Gegner mental zermürben, andererseits die eigenen Kämpfer in einen Blutrausch versetzen. Sie diente aber auch der Unterhaltung der Götter und war eine Kombination aus Gesang und Tanz zum Rhythmus einer einzelnen Trommel. Im Gottesdienst galt der Trommler als heilig und die Trommel als Sitz der Geister ( Trommel als Stimme Buddhas). Der Klang oder der Geist der Trommel schützte die Dorfgemeinschaft.
Japanisches Taiko Trommeln heute
Kumi-Daiko basiert auf der Wiederentdeckung der Werte japanischer Traditionen nach dem verlorenen 2. Weltkrieg. Daihachi Oguchi, ein Jazzschlagzeuger, kreierte den Kumi-Daiko Stil im Jahre 1951. Eines Tages bat man ihn ein altes Notenblatt mit Taikomusik, welches in einer alten Notation geschrieben war und in einer Lagerhalle gefunden wurde, zu entziffern. Zunächst konnte er es nicht verstehen, hatte aber Glück und konnte es mit Hilfe eines alten Mannes lesen. Als Jazzmusiker fand er es irgendwie zu einfach zu spielen und ihm kam die Idee, Taiko statt Einzeln, als Gruppe zu spielen. Er entschied sich, inspiriert durch das westliche Schlagzeug-Set, die alte Tradition zu durchbrechen und formte eine Gruppe, wo jeder eine andere Taiko-Trommel schlägt. 1959 wurde dann eine Gruppe gegründet, bei der das schnelle, kraftvolle Spiel und die einheitliche Choreographie charakteristisch waren.
Zwischen den ’70ern und ’99ern war in Japan die Renaissance des Taikos. Die Taiko-Performance bei der Tokyo Olympics 1964 löste einen phänomenalen Boom aus. Im Jahr 1989 wurde dies durch eine enorme Subvention der Regierung unterstützt. Seitdem wurden in Japan über 4000 Taiko-Gruppen gegründet. Die Regierungsreform im Jahre 2002 verpflichtet Schulen traditionelle, japanische Instrumente, darunter auch die Taiko-Trommel, als Lehrmittel zu verwenden.
Dieses Phänomen setzte sich weiter fort. Der Taiko-Boom breitete sich in den USA, Kanada, Australien, Europa, quasi in der ganzen Welt aus.
Ende der ’80er wurde die erste Taiko-Gruppe in Deutschland von Monika Baumgartl, unter dem Namen „Tentekko“ gegründet.
Warum dies geschieht?
Dazu scheint es mehrere Gründe zu geben. Viele Leute schätzen einfach die japanische Kultur. Andere werden durch den dynamischen Klang der Taiko-Trommel verblüfft oder fangen mit dem Taiko-Training an, um ihre Gesundheit zu stärken. Ein Grund warum Taiko so attraktiv ist, ist ganz sicher die Einfachheit und Schlichtheit. Einige Taiko-Gruppen haben sogar taube oder blinde Mitglieder unter sich. Diese können erfolgreich an Konzerten teilnehmen, wobei sie die Vibrationen der anderen Trommeln erfühlen. Das ist die magische Kraft des Taikos. Die Entwicklung setzt sich fort und vielleicht werden Sie es sein, der nun auch Teil unserer Gruppe werden möchte ?!